Quellen
Ziel des Gesetzentwurfs
Ziel des Gesetzentwurfs ist eine stufenweise Erhöhung der Tabaksteuer von 2027 an. Damit soll der Bundeshaushalt konsolidiert werden.Vgl. Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Tabaksteuergesetzes (10.08.2026), 1.
Zusammenfassung möglicher Auswirkungen
Das Kompetenzzentrum Jugend-Check hat folgende mögliche Auswirkungen identifiziert:
- Die Tabaksteuer soll sich ab dem 1. Januar 2027 bis 2030 stufenweise erhöhen (§ 2 Abs. 1 TabStG). Unter die Tabaksteuer fallen Zigaretten, Feinschnitt und weitere Rauch- und Dampfwaren. Dies kann dazu beitragen, dass junge Menschen künftig weniger Tabakwaren erwerben oder konsumieren.
- Da sich Konsumgewohnheiten bereits in jungen Jahren entwickeln, können ein geringerer Tabakkonsum oder ein späterer Einstieg in den Tabakkonsum dazu beitragen, langfristig die Gesundheit junger Menschen zu schützen und gesundheitliche Risiken zu verringern.
- Die mit der Tabaksteuererhöhung einhergehenden Preissteigerungen können jedoch dazu führen, dass junge Menschen ihr Kaufverhalten anpassen und ggf. verstärkt auf preisgünstigere Tabak- und Nikotinprodukten zurückgreifen.
Betroffene Gruppen junger Menschen
Betroffen sind in der für den Jugend-Check relevanten Altersgruppe junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahre, die Tabakwaren, wie z. B. Zigaretten, Feinschnitt, erhitzten Tabak sowie weitere Tabak- und Dampfwaren und Substitute für TabakwarenVgl. Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Tabaksteuergesetzes, 9., konsumieren oder erwerben. Zudem sind auch Minderjährige betroffen, die diese Produkte konsumieren.
Im Jahr 2025 lag die Raucherquote unter den 12- bis 17-Jährigen bei 9,6 Prozent. Damit ist sie gegenüber 2021, als noch 6,1 Prozent dieser Altersgruppe rauchten, gestiegen. Bei den 18- bis 25-Jährigen zeigte sich hingegen ein rückläufiger Trend: Der Anteil der Rauchenden sank von 29,8 Prozent im Jahr 2021 auf 26,3 Prozent im Jahr 2025.Vgl. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Weltnichtrauchertag 2026: Vapen bei Jugendlichen auf dem Vormarsch (o. J.), https://www.bioeg.de/presse/pressemitteilungen/2026-05-26-weltnichtrauchertag-2026-vapen-bei-jugendlichen-auf-dem-vormarsch/ (zuletzt abgerufen am 13.08.2026).
Jugendrelevante Auswirkungen
Möglicher reduzierter Konsum von Tabakwaren durch Erhöhung der Tabaksteuer
2 Abs. 1 Nr. 1-7 TabStG
Die Tabaksteuer soll sich ab dem 1. Januar 2027 bis zum Jahr 2030 stufenweise erhöhen, vgl. § 2 Abs. 1 Tabaksteuergesetz (TabStG). Zu den besteuerten Tabakwaren gehören Zigaretten, Feinschnitt, erhitzter Tabak sowie weitere Tabak- und Dampfwaren und Substitute für Tabakwaren, vgl. § 2 Abs. 1 Nr. 1-7 TabStG. Der Anteil der Tabaksteuer am Preis einer Packung Zigaretten soll von derzeit durchschnittlich 4,05 Euro stufenweise auf 5,75 Euro erhöht werden. Der Preis für eine Packung Zigaretten soll von derzeit durchschnittlich 8,05 Euro stufenweise auf 11,36 Euro ab dem 1. Januar 2030 steigen.Vgl. Bundesministerium der Finanzen, Fragen und Antworten zur Änderung des Tabaksteuergesetzes (o. J.), https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/aenderung-des-tabaksteuergesetzes.html (zuletzt aufgerufen am 13.08.2026).
Die schrittweise Erhöhung der Tabaksteuer kann dazu beitragen, dass junge Menschen künftig weniger Tabakwaren erwerben oder konsumieren. Jugendliche und junge Erwachsene verfügen in der Regel über ein geringeres Einkommen und reagieren daher deutlich sensibler auf Steuer- und Preiserhöhungen als ältere Menschen – teils bis zu dreimal so stark.Vgl. Deutsches Krebsforschungszentrum, Deutliche Tabaksteuererhöhungen sind die wirksamste Maßnahme, um zum Nichtrauchen zu motivieren (2019), 1, https://www.dkfz.de/fileadmin/user_upload/Krebspraevention/Download/pdf/AdWfdP/AdWfdP_2019_Tabaksteuererhoehungen-wirksame-Massnahme-zum-Nichrauchen.pdf (zuletzt abgerufen am 13.08.2026). Auch wenn Minderjährige Tabak-, Dampf- und Nikotinprodukte weder erwerben noch konsumieren dürfen, können sie als Konsumentinnen und Konsumenten von den Preisänderungen betroffen sein. Die durch die Tabaksteuer bedingten Preissteigerungen können jungen Menschen somit den Einstieg in den Tabakkonsum erschweren, den Konsum reduzieren und einem Konsumbeginn vorbeugen.Vgl. Deutsches Krebsforschungszentrum, Deutliche Tabaksteuererhöhungen sind die wirksamste Maßnahme, um zum Nichtrauchen zu motivieren, 1.
Ein verringerter Tabakkonsum kann sich förderlich auf den Schutz der Gesundheit junger Menschen auswirken. Konsumgewohnheiten werden häufig bereits in jungen Jahren geprägt.Vgl. Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, Rauchende Kinder und Jugendliche in Deutschland – leichter Einstieg, schwerer Ausstieg (2008), 5. Personen, die bereits vor dem 20. Lebensjahr mit dem Rauchen beginnen, entwickeln häufiger eine stärkere Tabakabhängigkeit und haben später größere Schwierigkeiten, mit dem Rauchen aufzuhören.Vgl. M. Komiyama, M. Swati, H. Yamakage, T. Morimoto, K. Hasegawa, „Effect of smoking initiation age on nicotine dependence“, in Preventive Cardiology – Risk Factors and Prevention, Tobacco, Bd. 44, hrsg. von European Heart Journal (European Heart Journal, 2023), https://academic.oup.com/eurheartj/article/44/Supplement_2/ehad655.2527/7391269 (zuletzt abgerufen am 13.08.2026). Der Konsum von Nikotin und Tabakwaren kann im Jugendalter u. a. die Gehirnentwicklung langfristig beeinträchtigen und das Risiko für Atemwegserkrankungen, eine eingeschränkte Lungenfunktion sowie ein vermindertes Lungenwachstum erhöhen.Vgl. Weltgesundheitsorganisation (WHO), „WHO-Bericht zufolge ist Rauchen weiterhin eine zentrale Herausforderung für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“, 2020, https://www.who.int/europe/de/news/item/05-06-2020-smoking-still-a-core-challenge-for-child-and-adolescent-health-reveals-who-report (zuletzt abgerufen am 13.08.2026). Zudem wird ihre körperliche Leistungsfähigkeit durch das Rauchen verringert und die Gefahr an Asthma zu erkranken, kann ansteigen.Vgl. Weltgesundheitsorganisation (WHO), „WHO-Bericht zufolge ist Rauchen weiterhin eine zentrale Herausforderung für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“; Vgl. Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, Rauchende Kinder und Jugendliche in Deutschland – leichter Einstieg, schwerer Ausstieg, 18. Ein geringerer Konsum oder ein späterer Einstieg in den Tabakkonsum können dazu beitragen, die Gesundheitsrisiken zu senken.
Die mit der Tabaksteuererhöhung einhergehenden Preissteigerungen können jedoch dazu führen, dass junge Menschen ihr Kaufverhalten verändern, ohne ihren Tabakkonsum zu reduzieren.Vgl. Deutsches Krebsforschungszentrum, Deutliche Tabaksteuererhöhungen sind die wirksamste Maßnahme, um zum Nichtrauchen zu motivieren, 3. Angesichts ihrer häufig begrenzten finanziellen Mittel, weil sie sich z. B. in Schule oder Ausbildung befinden, könnten sie verstärkt auf preisgünstigere Tabak-, Dampf- und Nikotinprodukte, etwa Feinschnitt zum Drehen der Zigaretten, zurückgreifen.