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Rückblick: Was verstehen junge Menschen unter einem jugendgerechten Wehrdienst?

Rund 30 junge Menschen zwischen 14 und 26 Jahren aus ganz Deutschland diskutierten vom 8. bis 10. Mai in Berlin zur Frage „Wie könnte ein jugendgerechter Wehrdienst aussehen?“. Deutlich wurde dabei, wie vielschichtig das Thema ist. Das Ergebnis bedeutet wertvolle Impulse für weitere gesetzliche Regelungen zum Wehrdienst und dient zur Sensibilisierung von Politik und Verwaltung.

Gruppenbild des Beteiligungsworkshops. Circa 35 Menschen stehen vor einem grünen Hintergrund.

Während des Workshops vom 8. bis 10. Mai 2026 in Berlin schauten sich die Teilnehmenden an, wie der Wehrdienst im Moment gesetzlich geregelt wird und welche aktuellen Debatten es hierzu in Politik und Gesellschaft gibt. Dabei ging es nicht nur um ihren Blick auf das bereits beschlossene Wehrdienst-Modernisierungsgesetz, sondern auch um die Zukunft: Die Teilnehmenden diskutierten die Frage, wie ein möglichst jugendgerechter Wehrdienst aussehen könnte. Dabei stand besonders im Fokus, welche jungen Menschen von den derzeitigen Regelungen betroffen sind und welche Auswirkungen dies für ihr Leben hat. Diskutiert wurde auch darüber, welche Auswirkungen es auf Freiwilligendienste geben könnte.

Korinna Sievert vom Bundesjugendministerium begrüßte die Teilnehmenden beim Workshopauftakt: „Wir sind gespannt auf die Ergebnisse dieses Wochenendes und die Perspektiven junger Menschen auf einen jugendgerechten Wehrdienst.“

Input durch Expertin und Experte

Als Experten standen am Samstag, 9. Mai, eine Referentin aus dem Bundesministerium der Verteidigung, und Julian Lagemann, Vorsitzender der Deutschen Sportjugend, den Teilnehmenden jeweils für einen Input und eine anschließende Diskussion zur Verfügung.

Die Referentin des Bundesministeriums der Verteidigung stellte den Teilnehmenden das im Dezember 2025 beschlossene Wehrdienst-Modernisierungsgesetz vor. Dabei sprach sie über die Hintergründe des Gesetzes und stellte zentrale Inhalte dar. Im Hinblick darauf, was nun auf junge Menschen zukommt erklärte sie: „Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass der Wehrdienst freiwillig, attraktiv und sinnstiftend für junge Menschen sein soll. Wir müssen dafür sorgen, dass der Neue Wehrdienst keine verlorene Zeit für junge Menschen ist.“ Die Teilnehmenden hatten Fragen zu den demokratischen Grundwerten, die während der Ausbildung vermittelt werden. Auch die Themen mentale Gesundheit während des Wehrdienstes sowie die Auswahl der nun angeschriebenen Geburtsjahrgänge interessierten die Teilnehmenden.

Julian Lagemann legte den Schwerpunkt seines Input auf die jugendverbandspolitische Sichtweise auf das Gesetz. Er plädierte dafür, dass Freiwilligendienste dem Wehrdienst insbesondere in der Attraktivität des Dienstes gleichgestellt werden müssten: „Nur so können wir sicherstellen, dass alle junge Menschen unabhängig von sozio-ökonomischen Zwängen eine echte Wahl haben.“ Besonders interessiert waren die Teilnehmenden an der Frage, welche Auswirkung eine mögliche Wehrpflicht auf das Ehrenamt haben könnte und wie sich Freiwilligendienste durch eine Wehrpflicht verändern könnten.

Im Anschluss erarbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen ihren Input dazu, wie sie selbst auf die Thematik Wehrdienst blicken, wie sie das beschlossene Gesetze einschätzen und welche Wünsche sie im Hinblick auf eine jugendgerechte Ausgestaltung des Dienstes haben.

Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse

Die Ergebnisse werden durch das KomJC ausgewertet und im Anschluss veröffentlicht. Die Veröffentlichung dient dazu, Politik und Verwaltung bei weiteren gesetzlichen Regelungen zum Wehrdienst für die Belange junger Menschen zu sensibilisieren. Auch das KomJC wird die Ergebnisse bei weiteren wehrdienstbezogenen Gesetzesvorhaben in seine Arbeit einbeziehen.

Weitere Einblicke im Rahmen des Workshops

Die Teilnehmenden erhielten im Rahmen des Workshops auch einen Einblick in die Funktionsweise des Jugend-Checks. Außerdem gaben Sie Feedback zu den Angeboten des KomJC für junge Menschen. Auch ein gemeinsamer Besuch der Reichstagskuppel des Deutschen Bundestags gehörte zum Programm.

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